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Lange Nacht der Religionen 2015

Die Lange Nacht der Religionen Berlin – Pagane Wege und Gemeinschaften

der Kessel #3: Dornen

  • Lange Nacht der Religionen 2015 von: JamesVermont
    lesbar: Lesezeit: 4 Min.

    Heiden in der Langen Nacht der Religionen und im interreligiösen Dialog in Berlin: Pagane offene Rituale im öffentlichen Raum in der Stadt? Noch immer ein ungewohntes Bild, aber der Anfang für weit mehr?

    Vom preußischen König Friedrich II. ist folgendes Zitat überliefert:
    „Alle Religionen Seindt gleich und guht wan nuhr die leüte so sie profesiren Erliche leüte seindt, und wen Türken und Heiden kähmen und wolten das Land Pöpliren, so wollen wier sie Mosqueen und Kirchen bauen.
    – (Rand-Verfügung des Königs zum Immediat-Bericht des General-Directoriums).

    Dieser Grundsatz, dass die Stadt Menschen vieler Religionen, Vorstellungen und Kulturen nicht nur einfach „beherbergt“, sondern dass sie hier nebeneinander und miteinander ein Zuhause finden, gehört zum Lebensgefühl Berlins. Die „Lange Nacht der Religionen“, die 2016 schon zum fünften Mal stattfindet, ist ein gutes Beispiel dafür. In diesem Jahr öffnen 88 Gemeinschaften und Gruppen ihre Türen für Vorträge, Rituale, Gottesdienste und Gespräche.

    Seit der vierten „Langen Nacht“ sind auch zwei pagane/heidnische Veranstaltungen dabei, nämlich die des Eldaring e.V. und die des Aktionsbündnisses „Pagane Wege und Gemeinschaften“, zu dem sich derzeit zehn verschiedene Vereine, Gruppen und einige Einzelpersonen zusammengeschlossen haben.
    Die Veranstaltung des Aktionsbündnisses zog im letzten Jahr fast 300 Besucher*innen an und bot eine Reihe von offenen Ritualen, Vorträgen, Workshops und Infostände an. Das möchten wir in diesem Jahr gerne wiederholen und haben auch an einigen Punkten das Programm verbessert. So gehört jetzt ein „Raum der Stille“ in dem Besucher*innen meditieren und ausruhen können, zum Angebot.

    Was ist das Ziel unserer Veranstaltung?

    Vor allem möchten wir als Aktionsbündnis Teil des interreligiösen Dialogs und Miteinanders in der Stadt sein. Je nach Zeit und Interesse sind wir daher auch bei anderen Events wie Tagungen, dem Festival der Religionen „Faiths In Tunes“, bei Friedensgebeten usw. mit dabei. Wir zeigen, was Heidentum/Paganismus heute zu leben für uns bedeutet, dabei setzt natürlich jede Gruppe eigene Akzente, sodass wir eine Vielfalt zeigen, die deutlich macht, dass es sich nicht um eine Religion handelt, sondern um mehrere Wege und verschiedene religiöse und spirituelle Ansätze.
    Wir merken auch, dass allein die Tatsache, dass es gelebtes Heidentum/Polytheismus noch – oder wieder – gibt, schon Überraschung auslöst. Es steckt in den Beziehungen zu anderen Religionen und Weltanschauungen ein großer Bedarf an Information und Aufklärung, der aber über praktische Fragen (Wie geht ihr mit Leiden, Tod, Geburt, Natur, Seele usw. um) schnell weiterführt.

    Mindestens ebenso wichtig ist uns die Veränderung, die durch die öffentlichen Veranstaltungen in die heidnische/pagane Community hinein wirkt: Stammtische werden bekannter und vernetzen sich. Menschen besuchen offene Rituale, feiern vielleicht das erste Mal ein Jahreskreisfest oder eine Kultfeier zusammen mit anderen. Verschiedene Pfade lernen sich kennen, besser verstehen und respektieren. Es wird sichtbar, wie viele wir sind und wie viele unterschiedliche Formen und Wege es unter der paganen Überschrift gibt.
    Ganz besonders freut es uns, dass nun auch in Spanien das Beispiel aufgegriffen wird und bei der ersten „La Nit de les Religions de Barcelona“ gleich Wicca Celtibera dabei ist.

    Das Programm der Langen Nacht in Berlin wird durch den „Berliner Heidentag“ ergänzt, der am 18.9. im Veranstaltungshaus Wartenberger Hof stattfindet und uns mehr Platz für Seminare und Rituale bietet. Dort werden wir auch 2017 mehrere heidnisch-pagane Events stattfinden, u.a. anlässlich der nächsten Langen Nacht der Religionen am 25.Mai 2017.

    Die Lange Nacht der Religionen 2016 wird mit einer gemeinsamen Reinigungszeremonie aller Religionen eröffnet: 17.09.2016, 12 Uhr an der „Neuen Wache“, Unter den Linden, Berlin.

    Das Programm am 17.09.2016

    Rituale

    15.00 Uhr Eröffnungs-Ritual
    16.15 Uhr Blot (Asatru)
    17.30 Uhr Druiden-Ritual (OBOD, ADF)
    18.45 Uhr Reclaiming – Ritual
    21.15 Uhr Vollmond-Ritual (Heidnische Gemeinschaft)

    Vorträge/Workshops

    16.15 Uhr „Göttin-Spiritualität“ (Dr. Donate Pahnke McIntosh) – Raum 1
    16.15 Uhr Workshop Runen – Raum 2
    17.30 Uhr „Schamanismus und Ahnengeister“ (Voenix) – Raum 1
    17.30 Uhr „Germanisches Heidentum in der heutigen Zeit“ (Haimo Grebenstein) – Raum 2
    18.45 Uhr „Kräuter- und Zaubersprüche“ (Patricia Lady Asunja) – Raum 1
    18.45 Uhr „Rituale im Asatru“ (Achim Reinhardt) – Raum 2

    Musik

    20.00 Uhr Peti Songcatcher und Paula Noske und Duke Meyer

    Ort: Familienzentrum Menschenskinder – Berlin
    Fürstenwalder Str. 25
    10243 Berlin

    Das Programm am 18.09.

    Rituale

    14.15 Uhr Eröffnung (u.a. Voenix)
    19.00 Uhr Abschluss Herbst Tag- und Nachtgleiche-Ritual (Fuchsfamilie)
    Vorträge /Lesungen
    15.00 Uhr Duke Meyer „Das Lied der Eibe“
    17.00 Uhr Morgana Sythove „Wicca“

    Musik

    Armin (Skaldenmet), Peti Songcatcher, Paula Noske, Duke Meyer

    Ort: Wartenberger Hof,
    Haupteingang
    Woldegker Straße
    13059 Berlin

    An der Vorbereitung und Gestaltung sind u.a. folgende Gruppen und Vereine beteiligt:

    • Bärenwald“ – Seedgroup, Order of Bards, Ovates & Druids (OBOD)
    • Blotring
    • „Clan der grünen Mutter“ Protogrove, Ár nDraíocht Féin (ADF)
    • Heidnische Gemeinschaft e.V.
    • Pagan Federation International Deutschland e.V.
    • Reclaiming – Gemeinschaft
    • Ritualkreis Fuchsfamilie
    • Tempel der Sophia
    • Verein für germanisches Heidentum e.V.
    • Zirkel Wardarad

    Weitere Informationen zu Stammtischen, Events und dem Programm sind auf www.paganes-leben-berlin.de zu finden und auf Facebook unter „Pagane Wege und Gemeinschaften Berlin“.

     Bilder

    Titelbild: JamesVermont

    Links

    http://nachtderreligionen.de/

     

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    Letzte Änderung: 02. Sep 16
    Sinmara

    Sinmara ist bei der Pagan Federation International Deutschland e.V. für den interreligiösen Dialog zuständig und ist Teil des Organisationsteams der Langen Nacht der Religionen in Berlin.

    Nach dem Beschreiten verschiedener spiritueller Pfade, u.a. des Studiums der christlichen Theologie, fand Sinmara ihr Zuhause und ihren Anker als Polytheistin im nordischen Pantheon. Von da aus schaut sie gern in andere Welten, studiert, forscht und ritualisiert.
    Sie ist Mitglied der Pagan Federation International Deutschland e.V. und hat dort die Zuständigkeit für den Bereich des interreligiösen Dialogs übernommen. Sie setzt sich dafür ein, dass sich die verschiedenen Gruppen, Vereine und Einzelpersonen der heidnisch-paganen Community besser vernetzen. Außerdem ist eine positive öffentliche Wahrnehmung des Heidentums und der verschiedenen paganen Pfade eines ihrer Ziele.

    Webseite: www.paganes-leben-berlin.de

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