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Das Gastmahl des Belsazar

Zehn Gründe für das Sterben des öffentlichen Okkultismus

der Kessel - Extrablatt

  • Das Gastmahl des Belsazar von: Rembrandt van Rijn, 1635
    lesbar: Lesezeit: 13 Min.

    Das Ende des öffentlichen Okkultismus ist vorgezeichnet und selbst diejenigen, die sein Licht weiterhin leuchten lassen wollen, tun sich schwer die Stromrechnung dafür zu bezahlen. Ein Streifzug durch eine Welt im Wandel die an ihren zehn Stationen kein gutes Haar an der Gegenwart lässt und einen düsteren Ausblick wagt.

    Teaser:

    [...] Dies kommt daher, dass mir genau wie vielen anderen, die im vorigen Jahrhundert auf okkultistischen Pfaden wandelten, bewusst geworden ist, dass die Tage des öffentlichen Okkultismus vorüber sind. Das „Original“ mag weiterexistieren, jedoch in deutlich exklusiveren Kreisen als bisher. Das vom Order of the Golden Dawn begonnene Experiment des halböffentlichen Okkultismus ist gescheitert. Die Idee, dass wir Wissen freigeben und die Menschheit dann damit arbeitet und es sich weiterentwickelt, ist ein Trugschluss. Wie sich herausgestellt hat, ist diese zur freien Verfügung gestellte Magie ganz und gar nicht das worauf es ankommt. Ein Buch oder eine Webseite kann höchstens eine Tatsache oder eine Meinung wiedergeben – es ist ein Schatten an der Wand. Wir werden ebenso wenig zu Sängern der gewebten Worte, wie der Besitz eines Kochbuchs uns zu hervorragenden Köchen macht.

    [...] Weder ist der Okkultismus nutzlos, noch hat er nichts zu sagen. Er kann nur einfach nicht populär genug daherkommen, um der angesagten Mode langfristig zu entsprechen. Für eine Massenverbreitung ist er zu intellektuell, für eine intellektuelle Übung ist er zu praktisch. Der Fall des Okkultismus wird ebenso ablaufen wie im 5. Jahrhundert, als das philosophische Heidentum, die Mysterienschulen und die Theurgisten dem besser organisierten, einfacher gestrickten Christentum weichen mussten.

    [...]

    1. Die Verunreinigung des Okkultismus durch verflachte „New Age“-Systeme, Fantasien und Verfälschungen.

    Okkultismus und Magie können nicht vereinfacht oder auf sieben schlichte Gesetze und Prinzipien reduziert werden. Die NeugeistBewegung, „The Secret“, NLP, Chaosmagie, das New Age – all diese Bewegungen haben einen völlig falschen Eindruck vom wirklichen Wesen der Magie erweckt. Statt sich dieser Entwicklung jedoch zu widersetzen, haben die verschiedenen okkulten Bewegungen einige oder gar alle dieser Prinzipien übernommen. Östliche Ideen, beispielsweise das Karma, wurden neu verpackt und dem westlichen Okkultismus eingefügt, um ihn passgenau mit dem New-Age-Denken zu machen. Diese starke Verflachung des Okkultismus ließ ihn für „spirituelle Touristen“ akzeptabel werden. Diese schaffen eine gemeinsame Sprache zahlreicher oberflächlicher okkultistischer Gruppierungen, bei denen es mehr um Showeffekte als um ernsthafte Arbeit geht.

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    Titelbild: Rembrandt van Rijn (Gemeinfrei)

     

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    Letzte Änderung: 21. Apr 17
    Nick Farrell

    Nick Farrell ist Herausgeber des „Hermetic Tablet“, eines vierteljährlich erscheinenden Magazins über Ritualmagie.

    Nick Farrell wurde in Großbritannien geboren und ist in Neuseeland aufgewachsen. Seit seinem 4. Lebensjahr litt er immer wieder an Nachtschreck-Erlebnissen und sah dabei extrem angsteinflößende Dinge. Sie wirkten so real auf ihn, dass ihm klar wurde, dass es sich dabei nicht bloß um Träume handelte. Diese Visionen kamen immer wieder, bis er 17 war und er sich sein erstes Tarot-Deck kaufte. Dadurch kam er in Kontakt mit einem Ableger des Golden Dawn namens “Builders of the Adytum” wieder, dass ihn so faszinierte, dass er begann, alles zu lesen, was er zum Thema „Golden Dawn“ und Magie finden konnte.
    Nick zog nach Hawkes Bay, wo er in Kontakt mit den früheren Mitgliedern des letzten bestehenden Golden-Dawn-Tempels „Whare Ra“ kam. Er schloss sich dem „Order of the Table Round“ an, einem Seitenzweig des mittlerweile nicht mehr bestehenden Whare-Ra-Tempels. Leiter des Ordens war Percy Wilkinson, der gemeinsam mit Jack Taylor die Initiationsformel des „Golden Dawn“ dem ursprünglichen Ritual hinzugefügt hatte. Percy und einige der anderen älteren Golden-Dawn-Adepten vermittelten Nick viele ihrer Ideen. Dieser war jedoch mehr an Dolores Ashcroft-Nowickis „Servants of the Light“-Schule interessiert, als am „Golden Dawn“. Deshalb zog Nick nach Großbritannien, um an den praktischen Aktivitäten der „Servants of the Light“ teilzunehmen, und wurde von David Goddard unterrichtet.

    1997 besuchte Nick die Vereinigten Staaten, wo er einige Workshops hielt, seine Freundschaft mit Chic und Tabatha Cicero erneuerte und dem „Hermetischen Orden des Golden Dawn“ beitrat. Er durchlief den orthodoxen Golden-Dawn-Lehrplan der Ciceros vom Neophyten bis zum Z.A.M. und bestand erfolgreich sämtliche praktischen und theoretischen Prüfungen, die dieser Orden verlangte.

    In dieser Zeit schrieb Nick sein erstes Buch, „Making Talismans“, das zu einem Klassiker der esoterischen Literatur geworden ist. Er zog nach Sofia in Bulgarien, wo er „Magical Pathworking“, „The Druidic Order of Pendragon“ (mit Colin Robertson), „Gathering the Magic“ und „Egyptian Shaman“ verfasste. Auch begann er mit dem Künstler Harry Wendlich und dessen Frau Nicola an einem Golden-Dawn -Tarot zu arbeiten.

    2007 schrieb er seinen ersten Roman, „When a Tree Falls“, eine okkulte, von seinem schrägen, manchmal schwarzen Humor inspirierte Fantasygeschichte. Im Jahr 2008 zog er nach Rom, wo er zwei weitere Bücher über den Golden Dawn schrieb, „King over the Water“ und „Mathers' Last Secret“. Im selben Jahr gründete er den Magischen Orden der „Aurora Aurea“, eine traditionelle, auf den Prinzipien des Golden Dawn beruhende Ordensvereinigung, die weltweit mittlerweile fünf Tempel unterhält und erfolgreich Fernkurse anbietet.

    2010 beschloss Nick, seinen Orden aus dem Egregor des Golden Dawn herauszulösen, damit er sich entsprechend seiner eigenen magischen Richtung entwickeln konnte. Zeitgleich begann der Orden, sich stärker auf Europa zu konzentrieren.

    Webseite: www.nickfarrell.it

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